Stuttgart02

Jugendforum in Rottenburg

Veröffentlicht am: 17. Juni 2016

„Jugendliche sind Gegenwart und Zukunft unserer Kirche“

Stuttgarter Bischof Fürst und seine Jugend im Dialog

Als erfrischend und ermutigend hat Bischof Fürst den Dialog mit Teilnehmern am „#jugendforumEvent“ am Samstag, 11. Juni in Rottenburg bezeichnet. „Jugendliche sind Gegenwart und Zukunft unserer Kirche, wir müssen uns immer wieder neu auf sie einlassen und gemeinsam mit ihnen unterwegs sein“, betonte der Bischof. Er sicherte zu, auch weiterhin an den regelmäßigen Jugendforen in der Diözese festzuhalten. Bischof Dr. Gebhard Fürst, Weihbischof Thomas Maria Renz sowie weitere Mitglieder der Diözesanleitung trafen sich im Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg zum Austausch und zur Diskussion mit über 150 Jugendlichen und Kirchenvertretern aus der ganzen Diözese. Auch aus Stuttgart war eine Gruppe gemeinsam mit Jugendpfarrer Pater Jörg SDB in die Bischofsstadt gefahren.
Das Jugendforum der Diözese Rottenburg-Stuttgart findet seit 1991 circa alle fünf Jahre statt. Es ist das Ergebnis einer Vereinbarung der Rottenburger Diözesansynode 1985/1986 und ist in dieser Form einmalig innerhalb der Diözesen Deutschlands. Ziel des Forums ist es, durch den Dialog der Kirchenleitung mit Jugendlichen die Jugendarbeit und Jugendseelsorge in der Diözese weiterzuentwickeln.
Bischof Gebhard Fürst setzte mit dem Jugendforum ganz praktisch einen Ratschlag um, den die deutschen Bischöfe von Papst Franziskus bekommen hatten. Auf die Frage, wie Kirche besser auf Jugendliche zugehen könne, hatte der Papst geraten: „Ihr müsst nicht Großes fordern, sondern geht mit ihnen auf ihrem Weg und verbringt Zeit mit Ihnen. Später könnt ihr dann auch mal was Kritisches sagen.“ Bischof Fürst entledigte sich nicht nur am Vormittag seiner Schuhe, um mit Textilfarben an den Füßen auf dem Plakat der Jugendkirche Tübingen seinen farbigen Fußabdruck auf der Matte zu hinterlassen, sondern er lud auch am Abend alle Jugendlichen zum „Grillen und Chillen“ in den Bischofsgarten ein.
Auf großes Interesse stieß das Thema „Liturgie und (Jugend-)Gottesdienst“. Diözesanjugendseelsorger Stefan Karbach erläuterte, es fehle für Jugendliche vielerorts eine eigene Form der Spiritualität, losgelöst von Form und Uhrzeit einer traditionellen Eucharistiefeier am Sonntagmorgen. Mit entscheidend bei der Gestaltung eines solchen Angebots sei dabei die Einbindung von Musik, die junge Menschen anspreche. „Jugendliche wünschen sich eine Liturgie, in der sie ihre Lebenswelt wiederfinden“, so das Leitungsmitglied des Bischöflichen Jugendamts. Bischof Gebhard Fürst versprach zu prüfen, auf welche Weise der in diesem Gesprächsforum formulierten Forderung nach einer eigenen Fachstelle für Jazz- und Popmusik beim Amt für Kirchenmusik Rechnung getragen werden könne.
Als offenes Gespräch, in dem ein Miteinander möglich war, wurde auch der Austausch im Gesprächsforum „Sexuelle Vielfalt und Lebensformen“ bezeichnet. Die Bitte der Teilnehmer, Bischof und Kirchenleitung das fortdauernde Unverständnis der Jugendlichen in Bezug auf die Argumentation der Nicht-Zulassung von Frauen zu Weiheämtern vorzutragen, nahm der Bischof auf. Zudem versprach, die Gesprächsergebnisse und Forderungen der Jugendlichen aus allen zehn Gesprächsforen im Blick zu behalten: „Ich sehe uns in der Pflicht, dass davon nichts verloren geht“, sagte er.
Die Themen der Gesprächsforen waren Resultate der seit Oktober 2015 dezentral in der Diözese stattfindenden Veranstaltungen zum #jugendforum, die Bedürfnisse und Anliegen junger Menschen an Kirche sammelten.
Nach dem Gesprächsteil fand ein gemeinsamer Gottesdienst im Dom statt. Bei der anschließenden Grillparty auf dem Bischofhügel brachte eine diözesanweit bekannte Popgruppe nochmals alle richtig in Bewegung und sorgte für einen stimmungsvollen Abschluss des Tages.

P. Jörg Widmann SDB

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