Stuttgart02

Herzliche Grüße…

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Bei den Urlaubsplanungen hatte ich mir wieder mal vorgenommen keine Urlaubs- und Ansichtskarten mehr zu schreiben. Seit vielen Jahren ärgert mich dieses jährliche Gesellschaftsspiel: Schreibst du mir, dann schreib ich dir.
Ist es bei der Geldknappheit nicht schade um das Porto? Man kann Freunden und Nachbarn auch im Nachhinein erzählen, dass das Wetter schön und das Essen großartig waren. Und für
den Altpapierhaufen ist es wirklich nicht nötig, sich gerade im Urlaub noch hochgeistige Sprüche einfallen zu lassen.
Dann der Druck und der Stress mit den Karten. An den muss ich noch denken; und die ist heuer nicht dran, die hat mir letztes Jahr auch nicht geschrieben. Eigentlich wird der Urlaub erst dann richtig zur Erholung, wenn alle Grüße verschickt sind und sich das Gefühl einstellt, an „alle“ Lieben zuhause gedacht und für jeden das passende Bildmotiv gefunden zu haben.
Vor meiner Abreise in den Urlaub besuchte ich dann noch eine ältere Tante. „Schreibst du mir wieder eine Ansichtskarte?“ fragte sie. Und bevor ich „nein“ sagen konnte fuhr sie fort: „Weißt du, ich sammle diese Karten, ich habe schon viele Alben davon. Und wenn ich krank bin und im Bett liege, dann ordne und betrachte ich sie, und es freut mich, dass ich bei vielen Menschen doch nicht ganz vergessen bin. Das muntert mich einfach auf.“
Ob sie es glauben oder nicht, ich habe die Portoerhöhung in meinem Urlaubsort einfach übersehen und heuer wieder stapelweise Kartengrüße verschickt. Ich bin mir ganz sicher, es gab jemanden, der sich wirklich darüber gefreut hat. Es gab jemanden, der spürte, dass er im Mittelpunkt steht, wenn auch nur in gedanklicher Weise. Und das tut auch einmal gut, wenn man erfährt, dass man für andere wichtig ist und gemocht wird.
Ja, ich versuchte heuer meinen Karten eine persönliche Note zu geben. Natürlich standen wieder Wetter und Essen im Vordergrund, aber ich fügte den Kartengrüßen noch etwas hinzu. Ich wünschte ihnen neben herzlichen Grüßen auch Gottes Segen. Damit wollte ich zum Ausdruck bringen, dass Gott für sie eine wichtige Rolle spielt bei allen menschlichen Bemühungen. Denn nur aus sich allein kann keiner leben. Man braucht eine Basis, die einen trägt und frei macht, damit man offen und mit Mut nach vorne gehen kann. Ich bin überzeugt, der Satz von Anne Lamott stimmt: „Mut ist Angst, die gebetet hat.“
In diesem Sinne schreibe ich auch Ihnen: Herzliche Grüße und Gottes Segen

P. Ernst Kusterer SDB

 

 

 

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