Stuttgart02

„Kannst du pfeifen?"

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Es gibt Menschen in unserem Leben, die wir in besonderer Weise verehren. Wir halten sie für fehlerlos, in unseren Augen sind sie ohne Makel und machen einfach alles richtig. Vielleicht die Oma, die Mama, die Frau oder wer auch immer. Manche verehren aber auch diejenigen, die irgendwann von der Kirche in besonderer Weise herausgestellt wurden. Manche meinen die hätten es leichter gehabt in ihrem Leben, sie wären ohne Fehler, ihnen hätte Gott besonders viele Talente geschenkt, denen wäre ER besonders nahe gewesen.

Dabei ging es den Heiligen von damals und aus grauer Vorzeit nicht viel anders als unserer Oma, die wir als so heilig betrachten. Auch sie hatten Ecken und Kanten, hatten mit den Tücken des Alltags zu kämpfen und hatten ihre Zweifel an Gott und seinen Vorstellungen für unser Leben. Aber sie wussten sich Gott in besonderer Weise verbunden, hatten Vertrauen in IHN und in die Menschen. So einer, der Vertrauen in die Menschen hatte, das war auch der Heilige Johannes Bosco, der gestern vor 200 Jahren geboren wurde. Don Bosco, wie er überall genannt wird, hatte im Italien des 19. Jahrhunderts besonders viel Vertrauen gerade in die jungen Menschen. Viele Geschichten und Anekdoten ranken sich um ihn. Mit Jugendlichen, da kam er gut klar, er erkannte schnell in ihnen den guten Kern und hat ihnen geholfen ein sinnvolles Leben zu führen. Und ihm war es wichtig nach den Fähigkeiten der Jugendlichen zu suchen und nicht so sehr nach ihren Fehlern. So ist eine Geschichte überliefert, die quasi den Beginn seiner Arbeit darstellt.

In einer Kirche wird der junge Priester in Turin 1841 Zeuge, wie einer seiner Mitarbeiter einen jungen und ungebildeten Burschen mit Gewalt aus der Kirche treiben will. Don Bosco nimmt sich des Jungen an und sucht erst einmal nach seinen Fähigkeiten. „Was kannst du?", so die Frage von Don Bosco. Und nach mehreren Versuchen fragt er ihn schließlich: „Kannst du pfeifen?" Da erhellte sich das Gesicht des Jungen. Zum ersten Mal hat dieser das Gefühl, da ist jemand, der sich interessiert für mich. Die Heiligen und somit auch Don Bosco, sie führen uns hin zu Gott selbst. Wie ER die Menschen sieht, weniger mit seinen Schwächen als mit seinen Stärken, mit seinen Fähigkeiten und Talenten, so sind auch wir eingeladen immer wieder auf die Menschen in unserer Umgebung zu blicken. Was kann der andere besonders gut? Worin ist er stark? Was kann ich von ihm lernen?

Hier geben mir die Heiligen in ihrer Lebensführung immer wieder Orientierung und Wegweisung. So wie der Heilige, den wir gestern gefeiert haben. Don Bosco ist kein Heiliger von gestern, sondern einer von heute. Einer, der in die Herzen der Menschen gesehen hat, der ein Herz für die Menschen hatte und uns auch darin Vorbild sein kann.

P . Jörg Widmann SDB

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Salesianer Don Boscos
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