Stuttgart02

Melodie des Jahres

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Solche In einer Fernsehsendung fragte ein Reporter eine junge berühmte Dirigentin, was sie denn so von ihren Orchestermusikern erwarte. Die Dirigentin überlegte einen Moment, dann meinte sie: „Ich erwarte von ihnen die Bereitschaft, dass sie sich ganz verausgaben.“
Mir hat diese Aussage imponiert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wirklich so ist: Musik entsteht nicht dann, wenn jeder Orchestermusiker mit großer Fingerfertigkeit oder mit traumwandlerischer Sicherheit verschiedene Noten vom Notenblatt herunterspielen kann. Nein, Musik entsteht erst dann, wenn die Musiker alles in ihre Töne hineinlegen, was sie besitzen, wenn sie bereit sind, Musik mit dem Herzen zu spielen, wenn sie sich ganz verausgaben. Ein bekanntes Wort sagt: Nur, wo einer selbst angerührt ist, kann er auch andere berühren.
Ob wir Ende des Jahres 2011 das Jahr für uns als geglückt betrachten können, das wird wesentlich auch davon abhängen, ob wir jeden Tag dieses Jahres bereit waren, uns ganz zu verausgaben. Es wird davon abhängen, ob Sie und ich bereit waren, die Stimme und die Melodie zu spielen, die wir auf unseren Notenblättern jeden Tag dieses Jahres 2011 vorfanden.
Für die vielen restlichen Tage des Jahres wünsche ich Ihnen den Mut, ganz in etwas aufzugehen, ohne, dass Sie sich selbst aufgeben, dass Sie sich ganz verausgaben in Ihrer Rolle als Mann oder Frau, als Vater oder Mutter, als Sohn oder Tochter, als Oma oder Opa, als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, vor allem aber als Christ.
Sollte Ihnen jetzt beim Lesen dieser Zeilen etwas unwohl geworden sein und Sie angesichts dieser Herausforderung an Überforderung gedacht haben: keine Angst!
Uns Christen ist schriftlich gegeben, dass wir mutig in das kommende Jahr hineingehen können. 365 mal steht in der Bibel das Wort. „Fürchte dich nicht!“ Genau für jeden Tag des Jahres einmal! Ich finde das großartig, denn diese Zusage macht mir Mut und gibt mir Vertrauen, dass mein Jahr zusammen mit meinen Mitmenschen und mit Gott zu einem gelungenen Werk werden wird, zu einer schönen und großartigen Melodie. Ich kann und darf mich ganz verausgaben, weil ER mir jeden Tag diesen Satz zuspricht und jeden Tag bei mir ist.
Johann Sebastian Bach hat in einer Motette diesen Satz vertont: „Fürchte dich nicht - ich bin bei dir.“ Zwei Chöre singen sich wechselseitig diesen Text zu, gleichsam um uns zu zeigen, dass wir vom gegenseitigen Zuspruch der uns tragenden Verheißung Gottes leben.
Bach dreht den Text während der Motette plötzlich um: „Ich bin bei dir – fürchte dich nicht.“ Die Nähe Gottes steht vor unserer Furcht!
Ein gelingendes Jahr wünscht Ihnen

P . Ernst Kusterer SDB

 

 

 

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