Stuttgart02

Olympia - auch in der Niederlage eine Größe haben

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Gestern Morgen in einer Stuttgarter Kirche. Der Pfarrer kommt in sein Gotteshaus und wundert sich. Die Reihen ganz dünn besucht, nur ein Ministrant in der Sakristei. Was ist denn da los? Das fragt er sich und dann auch den Messner. Na wissen sie es denn nicht, Herr Pfarrer. Die Leute sitzen vor dem Fernseher, es ist doch Olympia-Zeit, da schaut doch die ganze Welt nach Russland, ans Schwarze Meer.
Vielleicht geht es ihnen ähnlich, die Augen sind schon viereckig, sie kennen sich wieder gut aus mit verschiedenen Sportarten, mit Slopestyle, Curling, Doppeltem Rittberger und Telemark-Landung. Da hat die Kirche wieder einmal zu kämpfen am Sonntagmorgen. Aber ist da wirklich so ein großer Gegensatz zwischen dem Sport und der Kirche? Oder was verbindet beides vielleicht miteinander?
Schon der Apostel Paulus hat in seinem Brief an die Korinther vor fast 2000 Jahren von einem sportlichen Wettkampf gesprochen. „Lauft so, dass ihr den Siegespreis erringt!, so hat er geschrieben. Paulus geht es gewiss nicht um einen Wettkampf, nicht um ein verstärktes Gegeneinander in der Gemeinde, wo nur einer gewinnt und die anderen zu Loosern werden, sondern um ein verstärktes Mühen um ein Leben nach christlichen Maßstäben. Und ohne Fleiß, ohne Mühe gibt es keinen Preis, so will er seinen Lesern von einst und auch uns sagen. Strengen wir uns an, geben wir das Beste, das wir aus uns raus holen können, um zu gewinnen, um letztlich das Reich Gottes zu gewinnen. Und die Maßstäbe des Sportes, des Wettkampfes, wenn wie jetzt „die Jugend der Welt sich trifft", das können auch für uns Orientierung sein: Fairness im Kampf, sauberer Sport und das Akzeptieren, dass der andere auch mal stärker ist und dass ich meine Fehler und Schwächen habe.
Das dies nicht immer leicht ist, dass sich da auch so mancher Sportler schwer tut, das kann man sich gut vorstellen. Und so fahren zu den Olympischen Spielen nicht nur 153 deutsche Athleten und Athletinnen in den Kaukasus, sondern auch immer auch Seelsorger, ein Olympia-Kaplan, der mit den Sportlern Gottesdienste feiert, sie bei den Wettkämpfen begleitet, aber auch schon im Vorfeld des Sportgeschehens besucht und für sie zu Gesprächen aller Art zur Verfügung steht.
"Unsere Rolle ist es, die deutschen Teammitglieder zu betreuen, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen", betonte der deutsche Sportlerseelsorger. Zwischen Erfolg und Niederlage im Hochleistungssport verdichten sich die zentralen Themen des Lebens. Wenn ein Sportler, der sich viele Jahre auf den Wettkampf vorbereitet hat, einen vierten Platz belegt, heißt es, er hat versagt. "Das ist in unserer Gesellschaft genau so: Wer die Anforderungen nicht erfüllt, gilt schnell als Versager". Der Mensch hat aber als Geschöpf Gottes eine Würde verliehen bekommen, egal, ob er auf dem Podest stehet oder Letzter wird, das spielt für seinen und unseren Wert als Mensch keine Rolle. Einstellungen, die auch für uns und unser alltägliches Leben manchmal ganz wertvoll sind. Gerade auch wenn wir vor dem Fernseher sitzen und mitfiebern und uns nicht selten von der Begeisterung an den Wettkämpfen anstecken lassen.

P. Jörg Widmann SDB

 

 

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