Stuttgart02

Ostergedanken

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Einen Film mehrmals anzuschauen ist meist langweilig. Ist der Ausgang des Film bekannt, ist die Spannung dahin, der Film verliert seinen Reiz. Manchmal scheint mir, als hätten die Karwoche und das Osterfest etwas von einem Film, den man schon ´zig mal gesehen hat. So wie in der Karwoche das Fernsehen die alten Historienschinken als Wiederholung bringt, so gibt´s in der Kirche am Karfreitag die Passion und die Auferstehungsfeier in der Osternacht. Man weiß wie die Geschichte ausgeht. Wer ist noch betroffen, wenn er genau weiß, dass drei Tage danach alles wieder ungeschehen gemacht wird – eine Geschichte, die wie ein Hollywood-
Film mit Happyend schließt. Und trotzdem, wir Christen feiern das jedes Jahr neu. Ja, wir haben Grund dafür Ostern zu feiern. Nicht, weil es ein Kult ist, ein Ritus, der ungefragt in jedem Jahr dazugehört, wie man eben auch an Weihnachten in die Kirche geht. Nicht, weil Ostern nur eine große, gewaltige Geschichte ist, die aus Gewohnheit und Tradition gefeiert, allmählich langweilig ist.
Das ist nicht Ostern! Ostern hat für Christen wenig mit Geschichte zu tun und kaum etwas mit Erinnerung. Sicher, am Karfreitag geht es um Jesus. Zuallererst geht es am aber Karfreitag um uns, nämlich dass jeder von uns sterben wird. Es geht auch um Jesu Tod, zuallererst geht es um unser Sterben. Da ist der Karfreitag dann alles andere als eine Wiederholung. Es ist eine Probe für den Ernstfall, vielleicht sogar schon eine Generalprobe. Da läuft nicht ein Film ab, denn der Film wird gerade erst produziert. Er handelt von unserer Gegenwart und unserer Zukunft.
Ostern macht uns Christen deutlich: Gott hält uns in Händen, er trägt unser Leben selbst durch den Tod hindurch. Er möchte unser Leben und nicht den Tod. Ostern ist das Fest der Vorfreude auf unsere eigene Auferstehung.
Karwoche und Ostern gehören zum Drehbuch unseres Lebens. Der Film ist noch gar nicht abgedreht, er entsteht in diesem Augenblick. Wer das realisiert, der erahnt, wie spannend und ergreifend die Kar- und Ostertage in Wirklichkeit sind. Sie sind eine gewaltige Herausforderung, denn die Leinwand ist unser Leben. Ostern feiern heißt für uns Christen, uns aufs neue des Drehplans zu versichern, uns vor Augen zu halten, dass – egal in welcher Szene wir stecken, ob „Hosanna“ oder „Kreuzige ihn“ – dass gemäß Drehbuch am Ende ein Happyend stehen wird.
Ungewiss ist, ob wir unsere Rolle „Oscar“-reif meistern. Für Spannung und Gefühl ist allemal gesorgt. Es wird ein großer Stoff und ein großer Film: Gott selbst ist der Produzent und sein Geist führt die Regie. Die Hauptrolle spielen wir, Sie und ich. Eine gesegnete Karwoche und eine frohe Osterzeit wünscht Ihnen

P. Ernst Kusterer SDB

 

 

 

 

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