Stuttgart02

Ostern - ein Weg ins Licht

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Wer von uns war nicht letzte Woche mit offenem Mund, in Schockstarre und völlig entsetzt vor dem Fernseher gesessen und hat die Flugzeug-Tragödie in den französischen Alpen erlebt. Wie kann das sein? Wie viele Menschen haben dort abrupt ihr Leben verloren? Wie viele Menschen trauern nun um sie und wissen nicht wie es weiter gehen soll? Wohin mit ihrer Trauer, mit ihrer Wut, mit ihrer Verzweiflung? Es gab nicht nur Sondersendungen rund um die Uhr, sondern auch konkrete Zeichen der Hilfe: die katholische und auch die evangelische Kirche in Haltern haben sofort ihre Kirchen geöffnet, haben einen Raum eröffnet, wo Menschen ihrer Trauer Ausdruck verleihen konnten, wo sie zur Ruhe kommen konnten. Notfallseelsorger von beiden Konfessionen wurden nach Düsseldorf gebracht, um den Menschen sofort Hilfe zukommen zu lassen, um den Trauernden nahe zu sein und ihnen in dieser Zeit der Hoffnungslosigkeit beizustehen.
Immer wieder gibt es im Leben Momente, in denen uns die Worte fehlen, wo wir Menschen brauchen, die einfach nur da sind. Manchmal braucht es einfach nur Räume der Begegnung, um der persönlichen Trauer eine Gestalt zu geben. Auch die Menschen vor 2000 Jahren in Jerusalem, die gestern am Palmsonntag Jesus zugejubelt haben, sie waren schließlich am Ende der Woche sprachlos, als sie diesen Menschen nicht mehr auf einem Esel reiten, sondern am Kreuz hängen sahen. Nicht alle haben „ans Kreuz mit ihm" geschrien, sondern haben Jesus auf seinem letzten Weg begleitet und um ihn getrauert. Aber sie durften erfahren: die Zeit der Trauer hat ein Ende, denn am Ostermorgen konnten sie erleben, dass Jesus lebt. Den Frauen wurde diese Botschaft als erste zuteil und sie verbreitete sich damals wie ein Lauffeuer. Einige konnten es nicht glauben und brauchten längere Zeit, um ihre Leere, ihre Wut, ihre Trauer zu verarbeiten, um sie in Hoffnung zu verwandeln. Aber selber der „ungläubige Thomas" und die Jünger von Emmaus haben es schließlich verstanden: der Tod, die Trauer, die Hoffnungslosigkeit hat irgendwann ein Ende. Es gibt eine Hoffnung, die den Tod überdauert. Auch wenn diese Botschaft manches Mal länger braucht, bis sie in uns Raum gewinnt.
Für die Hinterbliebenen der Flugzeugkatastrophe letzte Woche liegt nun ein Weg des Begreifens, des Erfassens, des sich-neu-orientierens vor ihnen. Ihnen ist zu wünschen, dass auch sie Menschen, Seelsorger, Freunde finden, die sie an die Hand nehmen und den Weg in die Hoffnung, ins Licht führen.

P. Jörg Widmann SDB

 

 

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