Stuttgart02

Verwunderung, ja; Veränderung, nein!

Predigt zu Joh 21,1-19
3. Sonntag der Osterzeit

 

   
   
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Zwei Wochen ist es her, dass wir die Osterbotschaft gehört haben. Nach vielen Jahren, in denen wir das Osterfest gefeiert haben, und nach den vielen Hl. Messen, in denen wir den Tod und die Auferstehung Jesu gefeiert haben, hören wir die Osterbotschaft wieder und wieder. Was ist seit dem geschehen? In der Osternacht haben wir gehört (Lk 24,11.12), dass die meisten Jünger die Botschaft der Frauen, die vom leeren Grab zurück kamen, als Geschwätz abtaten. Sie waren am Jesu Grab gewesen, hatten es leer vorgefunden und hatten sich von den Engel sagen lassen: Erinnert euch und glaubt an das, was Jesus gesagt hat. Zumindest Petrus machte sich auf den Weg und wunderte sich über das leere Grab. Im Johannesevangelium des heutigen Sonntags heißt es, dass er wieder zurück in seinen Alltag ging. Seine Konsequenz aus der Osterbotschaft: Verwunderung, ja; Veränderung, nein!
Jugendliche Firmlinge, denen wir bei der Veranstaltung „Ostern entgegen gehen“ vom Auferstandenen Herrn erzählen, reagieren ähnlich wie die Jünger Jesu. Die einen sperren Mund und Ohren auf und freuen sich, endlich mehr über ihren Glauben erfahren zu können, andere sitzen stumm da. Aus ihren Gesichtern sind ihre Gedanken zu lesen: was ist das für ein Geschwätz. Wie sind denn ihre Gedanken, wenn sie vom Lamm Gottes hören, das die Sünden der Welt hinweg nimmt? Wie sind ihre Gedanken, wenn sie von den verschiedenen Begegnungen mit dem Auferstandenen hören? Glauben sie an eine tatsächliche Begegnung oder haben sich die Jünger diesen Jesus nur vorgestellt; negativ gesagt: eingebildet. Was würden sie antworten, wenn sie – wie es bei manchen Freikirchen üblich ist – gefragt würden: sind sie dem Auferstandenen schon begegnet?
Vor zwei Wochen haben wir das Osterfest gefeiert und wir haben es schon oft gefeiert. Wir hören es immer wieder von den Verkünderinnen und Verkündern und lesen in vielen Ostergrüßen. Das Grab ist leer; Jesus lebt! Er ist von den Toten erstanden. Halleluja! Und was ist vor zwei Wochen und seit dem passiert? Auch wenn wir die Osterbotschaft nicht gleich als Geschwätz abtun, so verändert doch das Osterereignis an sich unser Leben nicht. – Petrus jedenfalls ging erst einmal wieder fischen. Er war bestimmt enttäuscht, weil Jesus doch so viele Erwartungen in ihm geweckt hatte. Nach der großen Enttäuschung überfiel ihn die Ratlosigkeit. Dazu kam die Angst, dass sein Leben aus den Fugen geraten könnte. Verurteilung, Bloßstellung, Gefangenschaft und vielleicht Folter konnte ihn als Jünger Jesu in Jerusalem erwarten. So ging er wieder nach Galiläa, in seinen Alltag zurück. Zuhause war er in Sicherheit, aber auch abgeschnitten von den Geschehnissen in Jerusalem. Die Sorge um das tägliche Brot füllte ihn gewiss aus, so dass er nicht ständig darüber nachdenken musste, was er mit Jesus erlebt hatte. Wenn er Zeit zum Nachdenken bekam, wurde er vielleicht traurig Die Zeit mit Jesus, sein Start in ein neues Leben und die Idee die Botschaft Jesu zu den Menschen zu tragen, blieben halt immer noch in ihm wach. Aber was sollte er machen?
Jesus ist es, der wiederum die Initiative ergreift. Er geht ein zweites Mal an den See von Tiberias. Er, der auferstandene Herr, begegnet dort dem Petrus und den anderen Jüngern. Er begegnet ihnen nicht in der Stille oder in der Synagoge, sondern er begegnet ihnen bei ihrer alltäglichen Arbeit; bei ihren Misserfolgen. Und es war Petrus, der Jesus, trotz aller Ratlosigkeit, still mit gläubigem Herzen erwartete. Und der ihn erkennt und für die anderen Jünger bekennt als den auferstandenen Herrn.
Erst als der Herr selbst den Petrus und einige anderen Jünger am See von Tiberias sucht, ändert sich das Leben der Jünger Jesu. Aber nicht nur vielen Menschen der Bibel ist Christus begegnet, sondern bis heute vielen Menschen. Wir spüren dies zum Beispiel bei Mutter Teresa oder Frer Roger. Aber vielleicht ist der Auferstandene auch unseren Nachbarinnen und Nachbarn begegnet. Petrus und Mutter Theresa sind zu bekannten Menschenfischern geworden. Was ist aus den Frauen geworden, die nach dem Lukasevangelium (24,1ff) den Engeln am leeren Grab begegnet sind? Von ihnen wissen wir nichts. Aber ich bin mir sicher, dass sie nicht aufgehört haben, die Botschaft der Engel und die Worte Jesu aus tiefstem Herzen zu verkündigen. So verändert die Suche und Begegnung mit dem Auferstandenen die Menschen auf unterschiedliche Weise. Manche werden sehr aktiv und bekannt, andere geben schlicht ihren Kindern die Frohe Botschaft weiter. Nicht alle Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus sind so eindeutig wie sie die Bibel beschreibt. Manchmal verändert uns der Herr langsam oder in verschiedenen Stufen oder in verschiedenen Lebensabschnitten. Aber erwarten, suchen und erbitten wir auch weiterhin die Begegnungen mit dem auferstandenen Herrn. Sie verändern unser Leben.

P . Elmar J. Koch SDB

 

 

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