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Taizé-Treffen 2020 findet in Turin statt

Veröffentlicht am: 14. Januar 2020

"Sie werden Esprit mitbringen"

Von Polen nach Italien: Das nächste Europäische Taizé-Treffen über Silvester 2020 findet in Turin statt. Bisher hat es noch nicht in der Stadt, die für Aufgeschlossenheit und eine lange ökumenische Tradition steht, stattgefunden. Das kündigte der Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, Frère Alois, am Montag in Breslau an. Dort findet derzeit das aktuelle Taizé-Treffen mit rund 14.000 Jugendlichen aus ganz Europa statt.

Europa und sein Fundament hätten mit großen Problemen zu kämpfen, sagte Frère Alois. In vielen Ländern gebe es zunehmend Konflikte und Egoismus. "Wir dürfen das Zuhören nicht verlernen", sagte der Leiter der Taizé-Gemeinschaft. Das Jugendtreffen zeige, dass es jedoch auch viel Grund für Optimismus gebe. Menschen kämen über politische Grenzen hinweg zusammen, ohne auf das zu achten, was sie trenne. Die Kirche sei in vielen Ländern vertreten und habe deshalb die Strukturen und die Pflicht, Menschen zu verbinden, betonte er. Zudem würdigte er das Engagement vieler Jugendlicher für die Umwelt und die Bewahrung der Schöpfung.

Der Turiner Erzbischof, Cesare Nosiglia, der für die Ankündigung eigens nach Breslau gekommen war, zeigte sich erfreut über die Wahl der Stadt Turin. "Endlich – es ist ein tolles Gefühl, dass all die jungen Menschen schon in einem Jahr zu uns kommen und ihren Esprit mitbringen werden", sagte er. Die norditalienische Stadt sei immer schon ein Ort pulsierenden Lebens und Glaubens gewesen. Pilger seien dort jederzeit willkommen. Turin stehe für Aufgeschlossenheit und eine lange ökumenische Tradition.

Das Treffen im nächsten Jahr wird das erste in Turin sein – das siebte in Italien. 1980, 1982, 1987 und 2012 fand die Begegnung in Rom statt. Mailand war 1998 und 2005 Gastgeber. Die Einladung seitens der Turiner bestand laut Frère Alois schon seit Jahren. "Es kommen viele Jugendliche aus der Region um Turin zu den Treffen." Nun sei die Entscheidung für die Stadt als Veranstaltungsort beinahe überfällig gewesen.

Die jährlichen Europäischen Treffen über Silvester sind Teil eines "Pilgerwegs des Vertrauens auf der Erde", der seit mehr als 40 Jahren von Taizé angeregt wird. Die Jugendlichen kommen zu Gebet und Miteinander zusammen. Themen sind Völkerverständigung, Frieden, Glauben und soziales Engagement.

Der Gemeinschaft von Taizé gehören etwa 100 Brüder aus rund 30 Ländern an, Katholiken und Christen aus verschiedenen evangelischen Kirchen. Sie wollen durch ihr monastisches Leben ein Zeichen der Versöhnung zwischen den gespaltenen Christen und zwischen getrennten Völkern sein.

Das diesjährige Treffen unter dem Motto "Unterwegs und doch verwurzelt bleiben" ist das dritte seiner Art in Breslau. Bereits 1989 und 1995 hatte die Veranstaltung in der 640.000-Einwohner-Stadt Station gemacht. Zuletzt fanden die Treffen in Madrid, Prag, Valencia, Riga und Basel statt. Organisiert werden die Begegnungen zum Jahreswechsel von der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé. Seit ihrer Gründung in den 1940er Jahren hat sich die Bruderschaft zu einem spirituellen Zentrum für Jugendliche und Familien in ganz Europa entwickelt. Die Gemeinschaft steht für eine Aussöhnung zwischen den Konfessionen, für europäische Verständigung und einen einfachen Lebenswandel.

(übernommen von domradio.de)