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Der Mann mit der alten schwarzen Aktentaschen

Der Mann mit der alten schwarzen Aktentaschen

Anfangs war es noch sensationell: der Mann im weißen Gewand bezahlt selbst die Rechnung in seiner Unterkunft, wie in einem normalen Hotel. Er trägt seine Aktentasche selbst, diese schwarze und scheinbare, schon alte und gebrauchte. Seine Schuhe sind nicht mehr neu und rot, sondern schwarz und ausgelatscht. Und seine letzten Worte auf dem Balkon sind nicht die Segensworte, sondern „Gesegnete Mahlzeit!“ Ja, dieser Mann vom anderen Ende der Welt, wie er sich selbst bezeichnet, vor drei Jahren trat er in das Rampenlicht der Öffentlichkeit. Ganz bescheiden und einfach, so kam er daher. Drei Jahren sind es erst her und es kommt einem vor wie eine Ewigkeit. Sie haben schon längst erraten, um wen es sich handelt!? Franziskus wurde gestern vor drei Jahren zum Papst gewählt. Seither prägt er das Bild der Kirche: einfach, bescheiden, aber nicht ohne Stimme und Gewicht. Er mischt sich ein, er mischt auf, er verändert durch die Hintertür.

Es sind nicht große Worte und große Taten, die seinen Stil prägen, sondern seine Haltung, seine Einstellung, kleine Akzente, die er setzt. Und er ist dabei zutiefst evangelisch. Nicht, dass Franziskus nun die Konfession wechseln würde. Nein, er lebt wie es das Evangelium vorschlägt. Gott wollte nicht im Sturm, im Erdbeben, im Feuer erkannt werden, sondern im „leisen Säuseln des Windes“. Und so versucht auch Papst Franziskus heimlich, still und leise seiner Kirche mit kleinen Schritten ein neues Gesicht zu geben. Er gibt uns ein Beispiel, wie auch wir unser Leben im Stillen leben und verwandeln können. Wie auch wir sprichwörtlich unsere Aktentasche selbst tragen sollen und unser Leben – gerade auf Ostern hin – ändern und neu ausrichten auf Gott, der uns im Kleinen, im Stillen und im Unscheinbaren am Stärksten begegnen will.

Pater Jörg Widmann SDB

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Der Mann mit der alten schwarzen Aktentaschen

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