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in Trägerschaft der
Salesianer Don Boscos

Es muss etwas geschehen...

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“Es muss etwas geschehen, aber passieren darf nichts.“ Diesen Satz las ich in einem Aufsatz über Lebensgewohnheiten heutiger Zeitgenossen. Im Zusammenleben der Völker in der einen Welt muss unbedingt etwas geschehen, aber in meinem Lebensstandard darf nichts passieren. Es muss unbedingt etwas geschehen, dass Ost und West, dass Nord und Süd besser zusammenwachsen, aber bitte nicht auf meine Kosten. Unbedingt muss für die Integration der Ausländer bei uns viel mehr geschehen, aber in der Nachbarwohnung darf nichts passieren, was meine Ruhe stört. In der Welt muss der Friede endlich die Überhand gewinnen, bei meinem Streit mit meinem Arbeitskollegen soll mir ja keiner dreinreden.
Alle Bereiche unseres Lebens sind betroffen. Wir machen große Anstrengungen, um uns unseren gewohnten Rhythmus ja nicht durcheinander bringen zu lassen. Dennoch sehnen wir uns insgeheim nach Veränderung, nach einem neuen Aufbruch, nach neuen Erlebnissen und Erfahrungen. Wie oft auch rufen wir nach der großen ordnenden Hand, die auf den Tisch haut, und die alles, was aus den Fugen geraten ist, wieder ins „für uns richtige“ Lot bringt.
Auch unser Glaube, unser Vertrauen auf Gott ist dieser Gesetzmäßigkeit unterworfen. Es ist oft lästig, sich jeden Tag neu auf den Weg zu machen hin zu Gott, das Gespräch mit ihm zu suchen, wo er doch im Alltag meist kaum zu spüren oder zu entdecken ist. Das Leben funktioniert doch auch ohne ihn, und wenn Sorgen und Probleme auftauchen, dann bin ich es doch immer selbst, der sie lösen muss. Im Innersten jedoch denken wir: es muss durch diesen Gott etwas in meinem Leben und in der Welt passieren, aber geschehen darf ja nichts.
Im Alten Testament gibt es viele spannende Geschichten zu lesen von Menschen, die sich ein Herz gefasst haben und sich auf neue Erfahrungen mit diesem Gott einließen. Auch im Neuen Testament, ja bis herauf in unsere gegenwärtige Zeit scheuen sich Menschen nicht, ganz persönliche Erfahrungen mit Gott zu machen und auch noch darüber zu sprechen, ob Filmgrößen, Fußballstars oder Politiker.
Ein ehrlicher Blick in meine eigene Vergangenheit zeigt, es gibt in meinem Leben durchaus eine Menge von schönen, positiven und guten Dinge und Ereignissen, die ohne mein Zutun einfach passiert sind, für die ich keine Erklärung habe, die einfach per „Zufall“ kamen.
„Es muss etwas geschehen, aber passieren darf nichts.“ Ich bin froh, wenn in meinem Leben weiterhin das geschieht, was bisher in meinem Leben passiert ist, nämlich, dass Gott die vielen vielen Zufälle gerade zur richtigen Zeit hat passieren lassen. Wunderbar!

P . Ernst Kusterer

 

 

 

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