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Franziskus – Papst und Bettler

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Zwischen diesen beiden Extremen steht inzwischen dieser Name. Wer von uns hat sich nicht am Abend des 13. März die Augen gerieben, als da von der Mittelloggia des Petersdomes verkündet wurde, dass nun ein Ordensmann aus Argentinien der neue Bischof von Rom sei und damit auch Oberhaupt der Christen in aller Welt. Und als dann der Name des neuen Papstes genannt wurde - Franziskus - da war die Überraschung ein weiteres Mal ganz groß. Wie kommt der neue Papst dazu sich den Namen des Bettlers und Ordensgründers aus Umbrien zu geben, der den Vögeln gepredigt hat und sich zum Freund der Armen und Aussätzigen gemachte?
Wie so oft steht der Name eines Papstes für das gesamte Programm seiner Amtszeit. Sollte das bei Franziskus auch so sein? Und wofür steht und stand eigentlich der Heilige aus Assisi? Wer von uns hat nicht in den Tagen nach der Papstwahl nochmals seine Bücher gewälzt oder die Homepage befragt: wer war nochmals genau Franz von Assisi?
Der Sohn eines reichen Tuchhändlers aus dem 13. Jahrhundert in Mittelitalien hat einen radikalen Wandel durchlebt, hat sein Leben radikal hinterfragt und sich ganz auf die Botschaft Gottes, seine Menschenfreundlichkeit, seine Barmherzigkeit und Güte eingelassen und ein Leben in Höhlen und Bedürfnislosigkeit gewählt. Er ist so wie kaum eine zweite Gestalt der Kirchengeschichte seinem Herrn Jesus Christus gleichförmig geworden, bis hin zu den Wundmalen, die er als erster empfing.
Und Papst Franziskus? Auch er scheint vieles in seiner neuen Umgebung kritisch zu hinterfragen und die Menschenfreundlichkeit und Barmherzigkeit Gottes zu den Menschen in
den Mittelpunkt seiner Ansprachen und Botschaften zu stellen. Bergoglio, so der bürgerlicher Name von Papst Franziskus, betont, dass Jesus einfache Leute erwählt haben, die ihm folgen sollten. Jesus hat zu allen gesprochen, ohne Unterschied, zu den Großen und den Einfachen, zum jungen Reichen und zur armen Witwe, zu den Mächtigen und zu den Schwachen; allen hat er die Barmherzigkeit und die Vergebung Gottes gebracht; er hat geheilt, getröstet, Verständnis gezeigt; er hat allen die Nähe Gottes gebracht, er hat sich für jeden Mann und für jede Frau interessiert, wie ein guter Vater oder eine gute Mutter alle ihre Kinder lieben.
In dieser Liebe zu den Menschen kommen sich Papst und Bettler näher, werden sich der Franziskus des 13. und der des 21. Jahrhunderts ähnlich. Sie werden somit auch für uns immer wieder zu Vorbildern und Botschaftern in der Liebe Gottes zu den Menschen.

P. Jörg Widmann SDB

 

 

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