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Salesianer Don Boscos

Komische Heilige

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Auf einer kleinen Comic-Zeichnung sieht man zwei Mönche, die Tischtennis spielen. Links und rechts der Tischtennisplatte ein Mönch mit schwarzer Kutte und dem Schläger in der Hand. Über den Köpfen schwebt ein Heiligenschein. Der Witz an diesem Bild: Der Ball, der mitten über der Platte fliegt, trägt auch einen Heiligenschein.
„Komische Heilige“ sagen wir ja gelegentlich. Warum ist das Wort „heilig“ so verrufen? Spricht nicht die Heilige Schrift selbst von den Christen als „Heiligen“?
Der Name „Heilige“ für die Christen zeigt, dass diese Menschen in ihrem Leben Gott einen Platz einräumen. Sie wissen, dass sie Fehler und Schwächen haben, aber auch einen Gott, der ein verzeihender Gott ist und manches, vieles, ja alles verzeiht. Solche Menschen leben mitten in der Welt, aber sie wollen diese Welt heller machen dadurch, dass sie ihr Leben transparent werden lassen für die kleinen Wunder, die Gott auch heute noch wirkt.
Die Karikatur von den tischtennisspielenden Mönchen möchte uns auch noch sagen: Womit ein heiliger Mensch umgeht, das ist ebenfalls „heilig“ und gehört zu Gott. All mein Besitz, all meine Habe steht Gott zur Verfügung, Gott soll mein Können und meine Fähigkeiten, alles, was ich von ihm einmal bekommen habe, wieder benutzen können, um die Welt zum Guten umzugestalten.
Ein heuchlerischer Heiliger, ein „Scheinheiliger“, wird schnell von seinen Mitmenschen er-kannt und durchschaut. Sie nehmen ihn nicht mehr ernst und machen schnell ihre Witze über ihn. Wer meint, er könne und müsse seine Frömmigkeit und sein Christsein durch besonders salbungsvolle Sprüche und Reden zeigen, der wird belächelt und die Menschen wollen mit ihm wenig zu tun haben.
Was unsere Welt und unsere Zeit braucht, sind wirkliche Heilige. Menschen, die sich von Gott geliebt und geführt wissen, die in ihrer Umgebung Freude und Frohsinn verbreiten und so manch gespannte Stimmung entkrampfen, Menschen, die sich gerne für andere und die Gemeinschaft engagieren und sich für eine gerechte Gesellschaft einsetzen, die schlicht und einfach dazu beitragen, dass die kleine und bescheidene Welt, in der sie leben, und dadurch auch die große Welt friedlicher wird, ja ich möchte sagen, heiliger wird und so ihrem Schöpfer immer mehr ähnlich.
Diese ratlose und rastlose Welt dürstet nach mehr echten Heiligen. Haben Sie Mut, sich auf den Weg zu machen! Es lohnt sich auf  jeden Fall für jede und jeden eine Heilige oder ein Heiliger zu werden.

P. Ernst Kusterer SDB

 

 

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