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Salesianer Don Boscos

Veränderung aus der Asche

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Nach altem christlichem Brauch bezeichnen sich Gläubige in dieser Zeit mit Asche. In manchen Gegenden Deutschlands wird dieses Zeichen sogar für so wichtig gehalten, dass man es beinahe als 8. Sakrament handelt. Nach ausführlichem Karneval- (Fleisch ist weg) feiern, ist bei vielen der Gottesdienstbesuch am Aschermittwoch eine Pflicht. Sogar viele Schüler beginnen den Aschermittwoch mit einem Schulgottesdienst, bei dem jedem Feiernden das Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet wird.
Was für ein seltsamer Brauch: mit einem „dreckigen Etwas“ auf der Stirn in der Öffentlichkeit herum zu laufen. Wer als Außenstehender dies Zeichen erkennt, denkt vielleicht an einen mittelalterlichen Hokuspokus. So wird das Aschenkreuz oft so schnell wie möglich abgeputzt, obwohl es eigentlich 40 Tage lang erinnern soll.

Worin besteht eigentlich das Besondere dieses Zeichens?

Hat diese Asche etwas mit der Asche zu tun, die in den letzten Tagen von einer niedergebrannten Ausländerunterkunft in Ludwigshafen zur Erde fiel? Alle, die vor der Ruine stehen, sehen die Zerstörung von Dach und Einrichtung des ehemals schönen Hauses. Auch Menschen sind bei dieser Katastrophe ums Leben gekommen. Das Feuer ließ von Vielem nur Asche übrig. Dreckige, nutzlose Asche. Sich mit Asche bezeichnen lassen bedeutet, dieses Abfallprodukt an seine Haut lassen und sich dem Kontrast zwischen seinem lebendigen und schönen Leib und der toten Asche aussetzen. Schließlich liegt der Vergleich nahe: wie schön ist doch alles, was sich von Asche unterscheidet und wie lebendig, schön und kunstvoll bin ich selber doch gestaltet.
Was doch Asche an Gedanken in uns anstoßen kann.
Lässt man sich auf solche Gedanken ein, so wandern die Gedanken von dem toten Stoff, der das Ende und die absolute Katastrophe andeutet, hin zum blühenden Leben. Die Bezeichnung mit der Asche hilft uns auch die einfachen, alltäglichen Dinge wertzuschätzen. Es hilft uns zu erkennen, dass vieles, was auf uns einströmt, nicht lebensnotwendig ist.
Das Gebet, das das Aschenkreuz zu einem göttlichen Zeichen macht, hilft uns, uns von Unwichtigem lösen zu können, um uns mehr nach dem Elementaren und dem vollen Leben ausstrecken zu können.
Das volle Leben feiern wir Christen am Ende der 40 Tage der „Aschezeit“. Blühende Blumen und farbenfrohe Eier künden von diesem neuen vollen Leben – oder auch das leere Grab Jesu Christi.
Der Herr ist auferstanden!

P. Elmar J. Koch SDB

 

 

 

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