Eine Niederlassung
in Trägerschaft der
Salesianer Don Boscos

„Wind of Change"

051

So sang die Rockgruppe aus Hannover 1990 und verarbeitete dabei ihre eigenen Erfahrungen der Wende-Jahre. „Wo warst du damals, in den Tagen des November ‚89?", so fragte man sich derzeit oft. „Wo hast du die Wende, den Fall der Mauer erlebt?" Derzeit war es wieder so weit, in Deutschland gedenkt man dieser geschichtlichen Tage vor inzwischen 25 Jahren. Das berühmt gewordene Lied bezieht sich auf einen Ausspruch von Willy Brand aus den damals dramatischen Tagen, als er vom Wind der Veränderung sprach, der nun über Europa weht.
Und diese Tage, es waren Tage im November, in dem sich auch heute wie jedes Jahr der Wind der Veränderung weht. Die Bäume verlieren ihre Blätter, es wird kälter, die Stimmung wird eher melancholisch. Totensonntag, Allerheiligen, Volkstrauertag bestimmen eher diesen Monat und selten solche Jubelfeste wie den des Mauerfalls. Dieser Monat macht uns bewusst, dass Wandel, dass Veränderung unser ganzes Leben durchzieht. Nichts bleibt so, wie es ist. Auch wenn wir uns das wünschen würden. Wir Menschen werden jeden Tag aufs Neue ein anderer. Aber können wir das ertragen? Können wir warten, bis alles ein „Gutes Ende" nimmt? Leo Tolstoi hat einmal gesagt: „Alles nimmt ein gutes Ende, für den, der warten kann!"
Das gilt auch für uns Christen. Wir denken zur Zeit nicht nur an das Ereignis des Mauerfalls, sind dankbar für Frieden und Versöhnung zwischen Ost und West, sondern wir denken auch an unsere Verstorbenen, an die vielen Menschen, die von uns gegangen sind, denen wir in Liebe verbunden sind und waren. Trauer und Totengedanken bestimmen oftmals diese Tage. Aber wir leben aus der Hoffnung, dass alles einmal ein solches gutes Ende nimmt, dass wir eines Tages unsere Verstorbenen wiedersehen werden, in der Ewigkeit bei Gott. Und dass dieser Monat - wie auch unser Leben - seinen Sinn bekommt vom Ende her, der eigentlich ein Beginn ist. Denn der Tod bedeutet für uns den Beginn bei Gott und den Menschen, die uns vorausgegangen sind. Und so ist es auch mit dem November: am Ende des Monats steht ein Neuanfang, beginnt die Adventszeit. Für die Christen der Beginn eines neuen Jahres, des Kirchenjahres.

P . Jörg Widmann SDB

 

 

 

zurück zur Übersicht der Impulse