Eine Niederlassung
in Trägerschaft der
Salesianer Don Boscos

Die Schöpfung ist schön!

Elemente:

  • Liturgische Eröffnung
  • Einführung in das Thema
  • Kyrierufe
  • Tagesgebet
  • 1. Lesung
  • 2. Lesung
  • Evangelium
  • Predigtgedanken
  • Fürbitten
  • Gabenbereitung
  • Gabengebet
  • Schlussgebet

 

Liturgische Eröffnung
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes,
Der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, sei mit Euch.

 

Einführung in das Thema
(Mit Worten)
Wir glauben daran, dass Gott Himmel und Erde gemacht hat, wie es der Anfang unseres Großen Glaubensbekenntnisses sagt:
„Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.“

Als sei das noch nicht schwer genug zu glauben, benennt Gott alles, was er gemacht hat in der biblischen Schöpfungsgeschichte (Gen. 1,31) als sehr gut.
„Gott sah an was er gemacht hatte. Es war sehr gut.“

Du würdest vielleicht sagen:
´Manches in der Natur finde ich schön und manches nicht.´
Oder ´eigentlich ist mir die Natur, die Schöpfung, egal. Schönes kann ich mir kaufen.´
Oder ´wer gut und schön sein will, muss sich anstrengen; der kann etwas an sich tun.´

Das mag zum Teil stimmen. Auf der einen Seite kann man, was wirklich nicht schön oder gut ist, schön machen.
Auf der anderen Seite gibt es so viel Gutes und Schönes, das wir nicht machen müssen.
Wir brauchen nur die Augen öffnen. Gott schafft Schönes!
Z. B. beschreibt Gott im Hohen Lied der Liebe seine Geschöpfe als schön und im Psalm 139 (Vers 14) als wunderbar gestaltet.
Hört ´mal hin und schaut.
Gottes Schöpfung ist schön.
Gott ist schön.

Oder
(Im Tun)
Aufgabe: Hier und jetzt Handyfotos von Gottes Schöpfung machen lassen. Jeder, der möchte, kann im Anschluss eines seiner Fotos für die anderen beschreiben.
Dabei können folgende Fragen berücksichtigt werden:

Ist das, was auf dieser Aufnahme ist, Gottes Schöpfung?
Findest du das, was auf dieser Aufnahme ist, schön?
Hast du auch Fotos von Gottes Schöpfung gemacht und sagst: `das ist nicht schön`?

Wenn ihr Gottes Schöpfung fotografiert, ist sie eigentlich immer schön.
In der Bibel, im Hohen Lied der Liebe, beschreibt Gott seine Geschöpfe als schön und im Psalm 139 (Vers 14) beschreibt er sie als wunderbar gestaltet.
Hört ´mal hin und schaut.
Gottes Schöpfung ist schön.
Gott ist schön.

Oder
(Fragen zur Schöpfung beantworten)
Fragen zur Schöpfung (Beantwortung durch Zahlenstrahl - aufstellen auf einer Skala von 1-10 - oder mit Ja-Nein-Fragen und Handzeichen bei einer Gruppengröße über 30 Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmern und ungünstigen Raumverhältnissen).

Ich möchte euch durch verschiedene Fragen zum Nachdenken über das Thema Schöpfung anregen.
Es wäre schön, wenn ihr alle antwortet und wenn ihr mit eurer eigenen Überzeugung antwortet. Also nicht so antworten wie ihr meint, dass es von euch erwartet wird.
Eine eigene fundierte Meinung haben, bedeutet Erwachsen werden und Verantwortung für sich, seine Meinung und das daraus resultierenden Handeln zu übernehmen.

Ich möchte Euch über euren Schöpfungsglauben befragen.

Was meinst du:
Ist die Erde nun in 7 Tagen entstanden oder in Jahrmillionen?
Hat Gott die Welt gemacht, oder hat sie sich ohne einen Gott entsprechend der Evolutionstheorie entwickelt?
Ist Gott wirklich allmächtig; könnte er wirklich alles in dieser Welt verändern?
Ist ein Handy Gottes Schöpfung?
Was ist das Größte, das Gott gemacht hat, Himmel und Erde oder die Liebe?

Die Bibel spricht davon, dass Gottes Schöpfung gut (Gen 1,31), schön
(Hld 4) und sogar wunderbar (Ps 139, 14) ist.
Könnt ihr dem zustimmen? -
Hört ´mal hin und schaut.
Gottes Schöpfung ist schön.
Gott ist schön.

 

Kyrierufe
Um uns in rechter Weise unserem Schöpfer nähern zu können, rufen wir ihn um sein Erbarmen und um die Vergebung unserer Sünden an.

Du hast den Menschen einen eigenen Willen gegeben. – kurze Stille
Herr erbarme Dich!
A: Herr erbarme Dich!

Du bist der Heiler und Erlöser der Welt. – kurze Stille
Christus erbarme Dich!
A: Christus erbarme Dich!

Du schenkst dem Menschen den Respekt vor deiner Schöpfung und dem Schöpfer. – kurze Stille
Herr erbarme Dich!
A: Herr erbarme Dich!

Der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, er erbarme sich unser. Er bewahre uns vor falschen Entscheidungen und führe uns so in sein ewiges Reich.
A: Amen!

Tagesgebet
Großer Gott, wir haben uns hier versammelt, um dich in deiner Schöpfung zu preisen.
Alles, was du gemacht hast, ist schön; ist durchdrungen von deiner Liebe.
Deinen Sohn hast du der Niedrigkeit dieser Schöpfung anvertraut, damit ein ewiger Bund zwischen Gott und den Geschöpfen geschlossen werde.
Schenke uns in dieser Feier deine Gegenwart, damit wir mehr und mehr von deiner Liebe durchdrungen und mehr und mehr Teil deiner guten Schöpfung werden.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn und Erlöser. Amen.

1. Lesung: Sir 43,1-12 - Die Größe Gottes in der Schöpfung

2. Lesung: Hld 1,15 – 2,7 - Gottes Geschöpfe und ihre Liebe in ihnen.
         oder  Hld 4,7-14 - Die Beziehung Gottes zu seiner Schöpfung.

Evangelium: Mk 8,22-26 - Die Heilung des Blinden in Betsaida.

Predigtgedanken
Was Gott gemacht hat, ist also sehr gut und schön!
Wir kennen das eher von einzelnen Dingen oder Personen.
Es, er oder sie ist schön.
Stellt Euch ein Mädchen, einen Jungen vor: ´sehr gut gebaut´, mögt ihr da vielleicht denken.
Ihr selber schaut vor einer Party in den Spiegel und denkt: ´sehr gut, es kann losgehen!´
Aber es gibt auch das Gegenteil. Ihr mögt euch selber nicht anschauen und versucht mit mehr oder weniger teuren Mitteln noch irgendetwas aus euch zu machen – wie ihr meint.

Schönheit, was ist das? Was bezeichnen wir als schön?
Schön ist für uns etwas Angenehmes. Wir freuen uns, es zu sehen.
Manches bezeichnen wir sogar als wunderschön.
Das Wunder-Schöne ist für uns das Perfekte, das Vollkommene und Vollendete.
Ein Wunder ist jedoch etwas, das wir nicht hervorgebracht haben. Ein Wunder ist etwas Übernatürliches; etwas von Gott gewirktes.

Die Möglichkeit der Unterscheidung des Menschen zwischen Gut und Böse lässt uns alles auf Erden kritisch betrachten. Wie oft meinen wir, etwas sei gut. Im Ganzen gesehen stellt sich später heraus, es war nicht gut.
Ein Kind z.B. würde das Essen von fünf großen Eisbechern als gut bezeichnen. Wir Großen wissen, dass dies im Endeffekt nicht gut ist, denn das Kind bekommt nachher bestimmt Bauchschmerzen oder ihm ist schlecht.
Wir können vieles nicht voraussehen. Wir wissen z.B. nicht, ob das Leiden in unsrem Leben letztlich gut oder schlecht für uns ist. In der Situation selber halten wir Leiden für eine schreckliche Sache. Im Nachhinein hört man oft, dass Leiderfahrungen einen Menschen für ganzes Leben geprägt und gestärkt haben.
So manches bezeichnen wir als nicht schön und nicht gut, weil es unangenehm oder unbekannt ist, oder weil es uns Angst macht. Im Nachdenken über die großen Bögen unseres Lebens erkennen wir aber, dass wir oft nicht weit genug sehen können, um zu sagen, ob etwas gut oder nicht gut für uns ist.
So sind unsere Augen oft belegt mit einer Blindheit, die uns die Schönheit des Lebens und der Schöpfung unsichtbar machen.

Hat denn das Sehen der Schöpfung nur etwas mit dem Abbilden eines Gegenstandes auf der Netzhaut des Auges zu tun?
Gott sieht die Dinge anders als wir Menschen; bzw. er sieht noch etwas anderes als nur den Gegenstand.
Gott sagt in der Hl. Schrift, ich bin in die Schöpfung verliebt, und beschreibt sie im Hohelied der Liebe mit den Worten, mit denen ein Liebender seine Braut beschreibt.

Der Schriftsteller Saint Exupery bringt diese andere Sehen auf den Punkt, wenn er den Kleine Prinz in der gleichnamigen Erzählung sagt lässt, „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“.

Gott hilft dem Menschen immer wieder, diesen Blick zu bekommen.
Jesus hat damals so viele Menschen sehend gemacht.
In unserem Evangelium heilt Jesus die Blindheit eines Menschen ganz bewusst in 2 Stufen. Nach der ersten Heilungsphase wird beschrieben, dass der Mann sehen kann, nach der zweiten Heilung erkennt er, was er sieht. Danach heißt es erst: „Und er sah alles ganz deutlich“ (Mk 8,25).

Aber auch heute heilt Gott unsere Wahrnehmung auf verschiedene Weise.
Manchmal sind es Künstler, die uns die Augen öffnen.
Andy Goldsworthy hat sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Schönheit der Schöpfung - gestaltet oder ungestaltet - anderen Menschen näher zu bringen.

Filmausschnitt (7 Minuten vom Anfang an) von Rivers and Tides oder Bild mit Zitaten aus diesem Film von Andy Goldsworthy. (Andy Goldsworthy, Regie: Thomas Riedelsheimer, Studio: absolut Medien GmbH, DVD-Erscheinungstermin: 1. Dezember 2003.) 
Rivers and tides
„Ich brauche das Land, die Landschaft, die Natur sie ist für mich wie Nahrung.“

„Ich möchte diesen Zustand und die Energie verstehen, die ich in mir habe und die ich auch in den Pflanzen und in der Landschaft spüre.“

„Diese Lebensenergie, die in mir fließt, die mich durchströmt.“
„Diese nicht greifbare etwas, das mal hier ist und dann weg.“
„Wachstum, Zeit, Veränderung und das Fließen in der Natur.“

9-1

(Foto: http://naturalismo.wordpress.com/2008/10/)

So schön ist Gottes Schöpfung; wer es fassen kann, der fasse es!
Den mehr rationalen Zugang zu der Aussage: `Gottes Schöpfung ist schön` entnehmen wir den Aussagen der Bibel: „Gott ist die Liebe“ (1. Joh 4,16), Gott sah alles an, was er gemacht hatte: es war sehr gut“ (Gen 1,31), „Gottes schuf den Menschen nach seinem Abbild“ (Gen 1,27) und: der Mensch ist aus dem gleichen Ackerboden geschaffen wie alle anderen Geschöpfe (Gen2,7 und Gen, 2,19).
Gott ist die Liebe. Die Liebe aber kann nicht anders als vollkommen schön und gut sein.
Ist Gott vollkommen schön und gut, dann ist es auch das, was er als sein Abbild bezeichnet; das von ihm Geschaffene.
Durch das Böse wird der Mensch aus der Vollkommenheit vertrieben (Paradies, Gen 4,24).
Von da an ist er gezwungen die Dinge als schön oder nicht schön zu sehen („sie erkannten, dass sie nackt waren“ und unternahmen etwas dagegen Gen 3,7).
Hierin enthalten ist auch der erlaubte Umkehrschluss:
Das Geschaffene verweist immer auch auf den Schöpfer.
So erhält der Mensch durch das Schöne der Schöpfung einen wichtigen Hinweis auf Gott.
Die Schönheit der Schöpfung weist uns immer wieder darauf hin, dass Gott das Schöne und Vollendete erschaffen kann.
Dies kann er nur, weil er die Schönheit in sich trägt und selber die Vollkommenheit ist.

 

Fürbitten
Großer Gott, neben der Freude über deine Schöpfung empfinden wir Menschen oft auch Not und Leid.
Du bist der Heiler der Welt, daher vertrauen wir dir unsere Ängste und Bitten an.

Alles was Du gemacht hast ist schön.
Öffne die Augen der Menschen, die deine Liebe in den Dingen nicht sehen können und die das Staunen über Deine Schöpfung verlernt haben.
Gott unser Vater.
A: Wir bitten Dich erhöre uns.

Vielen Menschen halten sich selber für die Lenker und Erbauer der Welt.
Hilf ihnen die höhere Ordnung dieser Welt in Dir zu erkennen, damit sie sich deinem Schutz anvertrauen können.
Gott unser Vater.
A: Wir bitten Dich erhöre uns.

Menschen zerstören mutwillig und aus Profitgier deine Schöpfung.
Sende deinen Geist, damit sie unsere Welt bewahren anstatt sie sinnlos zu zerstören.
Gott unser Vater.
A: Wir bitten Dich erhöre uns.

Deine Liebe zu uns überdauert Himmel und Erde.
Nimm alle deine Kinder auf in deine ewige Herrlichkeit.
Gott unser Vater.
A: Wir bitten Dich erhöre uns.

Du Gott des Himmels und der Erde, der du die Welt in deinen Händen hältst, erhöre unsere Bitten.    
A: Amen

Gabenbereitung
Bei der Zurüstung des Altars spricht der Priester die Gebete über die Gaben laut und deutlich.
Nach jedem Gebet antwortet die Gemeinde mit dem Ruf: Herr, wir bringen / Gl 534

Gabengebet
Allmächtiger Gott, wir bringen dir Brot und Wein, Gaben aus Deiner Schöpfung und von Menschenhand gemacht.
Nimm das Gute und Schöne an, das wir Dir bringen.
Barmherziger Gott, wir bringen dir auch, was in unseren Augen mühsam und hässlich ist.
Nimm auch dieses von uns an, damit es durch deine heilende Liebe zum Guten gewandelt werde.
Das erbitten wir durch Christus unseren Herrn und Bruder.
A: Amen.

Schlussgebet
Barmherziger Gott, wir danken dir, dass wir deinem Sohn, Jesus Christus, nahe sein dürfen.
Und du unsere Augen geöffnet hast für deine Schöpfung.
Wir bitten dich, schenke uns durch diese Erfahrung jetzt ein Herz voller Liebe und einst die Vollendung bei Dir.
Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Begleiter und Herrn.
A: Amen.

P. Elmar J. Koch SDB

 

 

 

 

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