Eine Niederlassung
in Trägerschaft der
Salesianer Don Boscos

GOTT hat die Welt gemacht!

Elemente:

  • 10
    Eröffnung
  • Einführung
  • Kyrieruf
  • Tagesgebet
  • Lesung 1
  • Lesung 2
  • Evangelium
  • Predigtgedanken
  • Fürbitten
  • Gabenbereitung
  • Gabengebet
  • Schlussgebet

Liturgische Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes.
Der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, sei mit Euch.
Wir feiern heute einen Gottesdienst zum Thema Schöpfung.
Es geht dabei um die Frage, wann hat Gott was gemacht, als die Schöpfung entstand?

 

Einführung in das Thema

Möglichkeit 1: mit Worten (als Rollenspiel oder von einem Sprecher vorgetragen)

Lehrer:        (oder auch ein anderer Schüler):
  Wir glauben daran, dass Gott Himmel und Erde gemacht hat.
Gott:   In dem großen Glaubensbekenntnis der Christen formulieren die Menschen:
„Wir glauben an den einen Gott, 
den Vater, den Allmächtigen, 
der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.“
Lehrer: Ja, im christlichen Glaubensbekenntnis steht es so und die Muslime und die Juden glauben dies ebenfalls schon seit Jahrhunderten bzw. seit Jahrtausenden.
Schüler: Na wenn das so ist, wollen wir das auch ´mal glauben.
Aber wir dürfen doch bestimmt fragen, wie Gott das mit der Welterschaffung gemacht hat?
Lehrer: Das dürft ihr sicher fragen, was sagen denn eure Lehrer?
Schüler: In Biologie und in Erdkunde haben wir gelernt:
Die Welt ist aus dem Urknall entstanden und die Erde hat sich in der Zeit von Milliarden Jahren aus einem glühenden Klumpen zu unserem blauen Planeten entwickelt.
Gott: Die Menschen haben von mir gesagt bekommen, sie sollen in die Bibel schreiben:
Gott verwandelte die Welt aus dem Chaos in den Kosmos in sechs Tagen.
Schüler: Da soll sich ´mal jemand auskennen.
Wer hat denn nun Recht.
Unsere Lehrer oder die Bibel?
Gott: Frag doch ´mal euren Relilehrer, der müsste sich mit diesen Fragen auskennen.
Lehrer: Ja ein paar Antworten gibt es später.

 

Möglichkeit 2: im Tun

Aufgabe: Hier und jetzt Handyfotos machen lassen. Thema: Gottes Schöpfung.
(Imaginäre Fotos können auch gemacht werden, in dem man mit den Händen ein Viereck – einen Rahmen - bildet, hindurch schaut und so ein Objekt fokussiert.)
Danach werden einzelne Fotos bzw. einzelne Einstellungen der ganzen Gruppe beschrieben.
Folgende Fragen führen zum Thema:
Ist das, was auf dieser Aufnahme ist, allein Gottes Schöpfung?
Welchen Anteil an der Entstehung hat der Mensch, welchen Anteil hat die Natur?
Frage zum Schluss der Einführung:
Wie ist das alles entstanden?
Macht Gott das alles oder macht es die Natur?
Und in wieweit ist der Mensch derjenige, der die Welt gestaltet?
Fragen über Fragen, hoffentlich gibt es nachher auch ein paar Antworten.

Möglichkeit 3: im Dialog

Fragen zur Schöpfung beantworten:
     Fragen zur Schöpfung beantwortet durch Aufstellen auf einem gedachten Zahlenstrahl -
     Skala von 1-10 (oder Beantwortung mit Ja oder Nein per Handzeichen bei einer
     Gruppengröße über 30 und ungünstigen Raumverhältnissen).

Ich möchte euch durch verschiedene Fragen zum Nachdenken über das Thema dieses Gottesdienstes bewegen.
Es wäre schön, wenn ihr alle antwortet und
es wäre schön, wenn ihr mit eurer eigenen Überzeugung antwortet.
Eure Antworten sind jetzt nicht richtig oder falsch.
Sie geben eure persönliche Meinung wieder, die sich durchaus von der Meinungen der Anderen unterscheiden kann.
Schaut also nicht auf eure Nachbarn - ihr selber seid gefragt.

Wie ist deine Meinung zu folgenden Fragen zum Thema Schöpfungsglauben:

  • Ist die Erde nun in 7 Tagen entstanden oder in Jahrmillionen?
  • Wie hat die Welt sich weiterentwickelt.
    Hat Gott dabei seine Hand im Spiel oder hat sie sich ohne einen Gott - entsprechend der Evolutionstheorie - entwickelt?
  • Es heißt, Gott ist allmächtig. Könnte er wirklich alles in dieser Welt verändern?
  • Sind die Wunder, die in der Bibel beschrieben sind und die auch heute noch geschehen (wenn nicht heute dann aber bestimmt demnächst) naturwissenschaftlich erklärbar?
  • Ist ein Handy auch Gottes Schöpfung?
  • Was ist das Größte, das Gott gemacht hat:
    Sind Himmel und Erde das größte, das Gott gemacht hat (Antwort mit Ja) oder ist es die Liebe (Antwort mit Nein)?

Ihr habt bestimmt gemerkt. Ich habe euch ein wenig aufs Glatteis geführt.
Die meisten dieser Fragen sind nicht einfach mit Ja oder Nein zu beantworten.
Vielleicht habt ihr jetzt mehr Fragen oder ist euch noch mehr unklar als vorher.
Später gibt es einige Antworten.

 

Kyrierufe

Um uns in rechter Weise unserem Schöpfer nähern zu können, rufen wir ihn um sein Erbarmen und um Vergebung an, wenn wir uns zu weit von ihm entfernt haben.

Du hast den Menschen einen eigenen Willen gegeben. – kurze Stille
Herr erbarme Dich!
A: Herr erbarme Dich!

Du schenkst dem Menschen den Respekt vor deiner Schöpfung und dem Schöpfer.
 – kurze Stille
Christus erbarme Dich!
A: Christus erbarme Dich!

Du lässt deine Schöpfung nicht alleine, sondern bist der Heiler und Erlöser der Welt.
– kurze Stille
Herr erbarme Dich!
A: Herr erbarme Dich!

Der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, er erbarme sich unser. Er bewahre uns vor falschen Entscheidungen und führe uns in sein ewiges Reich.
A: Amen!

 

Tagesgebet

Großer Gott, wir haben uns hier versammelt, um dich in deiner Schöpfung zu feiern.
Wir glauben, dass Du dies alles gemacht hast, auch wenn uns noch viele Fragen offen bleiben.
Schenke uns hier und jetzt deine Gegenwart, damit wir mehr und mehr begreifen wie du diese Welt in deinen Händen hältst.
Darum bitten wir durch Deinen Sohn, Christus unseren Herrn.
A: Amen!

 

1. Lesung: Hld 4,7-16 - Die liebevolle Beziehung Gottes zu seiner Schöpfung.
oder
Gen 1,1-2,4 - Der erste Schöpfungsbericht.
2. Lesung: Ps 104,1-24 - Die Herrlichkeit der Schöpfung.
oder 
Ps 8, 1-10 – Die Herrschaft Gottes in seiner Schöpfung.
Evangelium:    Mk 8,22-26 - Die Heilung des Blinden in Betsaida.

 

Predigtgedanken

Gott hat die ganze Welt gemacht.
So hat er auch uns gemacht und
er hat uns gut gemacht, wie er behauptet.
Alles, was er gemacht hat, ist gut bzw. schön, sagt die Bibel im Buch Genesis (Gen 1,31).

Jetzt denkt ´mal an Freitag- oder Samstagabend.
Ihr seid eingeladen zu einer Party. Ihr bereitet Euch vor, um weg zu gehen. Ihr schaut abschließend in den Spiegel und sagt zu euch: „sehr gut! Es kann losgehen!“
Wie lange habt ihr jetzt gebraucht, um euch herzurichten? Mit wie viel mehr oder weniger teuren Mitteln habt ihr hantiert um aus euch – wie ihr vielleicht meint - was zu machen?
Später seht ihr auf der Party ein besonders hübsches Mädchen oder einen hübschen Jungen – „sehr gut gebaut“, mögt ihr da vielleicht denken.
Vielleicht geht euch durch den Kopf, wie lange hat der denn oder die denn vor dem Spiegel gestanden?
Was hat der oder die denn selber gemacht und was ist echt?
Hat die so schöne Haare oder was hat die mit ihren Haaren machen lassen?
„Wirklich sehr kreativ“, geht euch vielleicht durch den Kopf.
Oder auch ein bisschen Neid, warum habe ich nicht so tolle Haare, Haut, Figur, Fingernägel u.s.w.
Habt ihr schon mal geschimpft, weil ihr nicht so seid, wie ihr gerne sein wollt?
Habt ihr schon mal mit Gott geschimpft, weil er Euch nicht so gemacht hat, wie ihr gerne sein wollt?
Ich glaube fest daran, dass Gott uns gemacht hat und dass er uns gut gemacht hat, denn er hat uns nach seinem Abbild geschaffen (Gen 1,27).
Wenn eure Gedanken jetzt laut durch den Raum hallen würden, könnten wir vielleicht folgende Fragen von euch hören:

  • Wieso hat Gott uns gemacht; bin ich nicht vielmehr das Produkt von meinem Vater und meiner Mutter (Frage 1)? 
  • Oder wieso hat Gott uns gut gemacht; ich finde nicht alles gut an mir; jedenfalls hat er sich offensichtlich bei anderen mehr Mühe gegeben (Frage 2)? 
  • Oder wie soll Gott selber aussehen, wenn er so viele verschiedene Abbilder produzieren hat (Frage 3)?

Gedanken zur Frage 1:
1859 warf Darwin die Frage nach dem Ursprung des Menschen auf. Revolutionär war die These, der Mensch sei wie alle anderen Lebewesen auch das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses und nicht eines göttlichen Schöpfungsaktes. Die Ähnlichkeit Mensch und Affe ließ Darwin vermuten, dass es gemeinsame Vorfahren gebe oder dass der Mensch sogar vom Affen abstamme. Heute ist wissenschaftlicher Erkenntnisstand, dass es seit etwa 2,5 Millionen Jahren Menschen auf diesem Planeten gibt und dass der moderne Europäer wohl von der Gattung Homo sapiens abstammt, die in Afrika seit etwa 500.000 Jahren existiert. Das Leben dieses Menschen änderte sich vor etwa 30.000 Jahren gravierend, als sich die Kommunikation und damit auch die Technik der Menschen auf Grund seiner größeren Intelligenz (Gehirnmasse) verbesserten. 
Die Frage nach der Entstehung und Entwicklung der Menschen ist gleich der Frage nach der Entwicklung der ganzen Welt.
Videoclip: Jesus von Montreal. Szene: die Entstehung der Welt
Auch nach der Durchsicht aller wissenschaftlicher Ergebnisse sind die Grundfragen der Menschheit nicht beantwortet:
Wie ist die Erde entstanden und wie bin ich entstanden?
Liegt dem ganzen (nur) ein noch nicht ganz erforschtes, naturwissenschaftliches System zugrunde?
Wenn es Gott gibt, dann hat er die Welt wohl irgendwie erschaffen. Und was hat Gott dann gemacht? Hat er den Urknall gemacht und die Welt dann den Naturgesetzen überlassen? Hat er während der Evolution die Auswahl getroffen und hin und wieder Naturkatastrophen geschickt? Oder begleitet er jedes Geschöpf einzeln von seiner Endstehung bis zu seinem Ende auf dieser Erde und darüber hinaus; dann hätte er allerdings eine ganze Menge zu tun. Die nächste Frage würde sich gleich auftun: warum ist die Welt (oft so katastrophal), wie sie ist?  -  Was trauen wir Gott zu?
Wieder Fragen über Fragen und niemanden, der mit 100%-iger Sicherheit eine Antwort geben kann.

Unsere Sinne, unser Wissen und unser Gefühl lassen uns keine eindeutige Antwort finden. Es bleibt nur eine Ahnung, dass da etwas sein könnte, das das Gegenstück zu unserer unvollkommenen Welt bildet, das über unserer wahrnehmbaren Welt steht und vollkommen ist. Den Glauben an etwas Höheres und entsprechende Rituale, diesen Glauben auszuleben, haben die Menschen seit es Menschen gibt.
Einen überlieferten Glauben an einen gerechten Gott, der jeden einzelnen Menschen wertschätzt und ihm hilft zu leben, gibt es seit etwa 3.500 Jahren bei einem Nomadenvolk in Kleinasien. Seine Schriften, die seit Jahrtausenden von vielen Menschen durchdacht und von den Eingebungen des Geistes Gottes durchdrungen sind, geben uns Antworten auf viele unserer Fragen.
So finden wir erstmal im Buch Genesis der Bibel den bekannten Schöpfungsbericht (Gen 1,1-2,4), der erstaunlich genau die Phasen der Entwicklung der Erde beschreibt und den ganzen Prozess in das 7-Tage-Schema der geviertelten Mondphase einpasst.
Hier findet der Gläubige die Antwort auf die Fragen: wer hat die Welt erschaffen (Gen 1,3) und ist die Welt gut so, wie sie ist (Gen 1,31). Gott hat die Welt erschaffen und er hat sie gut erschaffen ist die eindeutige Antwort. Der zweite Schöpfungsbericht (Gen 2,4b-24) geht auf die Frage ein: ob Gott die Welt und jedes Geschöpf ganz alleine gemacht hat. Nach diesem Bericht hat Gott den Menschen (Adam) vor den Tieren aus Erde erschaffen und ihm göttlichen Atem (Geist) eingehaucht. Gott setzt den Menschen auf ewig in das Paradies und bindet ihn in den Prozess der Schöpfung mit ein. Er darf den Tieren Namen geben und sie beurteilen. Schließlich gibt Gott dem Menschen die Möglichkeit, sich zwischen dem Paradies und dem freien Willen zu entscheiden. Der Mensch entscheidet sich für den freien Willen und bekommt dadurch die Möglichkeit seine schöpferische Kraft auszuleben die ihm dem Schöpfer der Welt ähnlicher macht, die ihm aber auch die Möglichkeit gibt, sich von Gott zu entfernen (zu sündigen).
Dieses Erschaffen durch die Arbeitskraft und den freien Willen des Menschen und durch den Geist Gottes, ist Teil unserer Welt. Angefangen von der natürlichen Auslese bei Pflanzen und bei Tieren bis hin zu dem Bau der Computer und höchster und modernster Häuser.
Wir wissen, das Entwickeln und Erschaffen in technischer Hinsicht ist noch lange nicht abgeschlossen (vgl. Röm 8,22), aber auch die Weiterentwicklung des Menschen selbst dauert noch an. Am Anfang des Johannesevangeliums finden wir einen anders strukturierten Schöpfungsbericht. Dieser tief durchdachte Text beantwortet ebenfalls viele unsrer Fragen. Hier ist der Text mit einem Text des Jugendgebetbuchs „Fragen an Gott“ (Monika Gunkel, Hrsg. S.148f) erläutert.
Mit zwei Sprechern lesen.
Wie hast Du die Welt erschaffen?
Johannes 1,1-5
                    Im Anfang war das Wort,
                    und das Wort war bei Gott,
                    und das Wort war Gott.
           „Kann ich für das Wochenende das Auto bekommen?“ – Aus einem kleinen Wort
           „Ja“, gesprochen vom Vater, entsteht ein wunderbares Wochenende mit der Freundin.
                    Im Anfang war das Wort,
                    und das Wort war bei Gott, 
                    und das Wort war Gott.
           Da ist er, derjenige, den ich schon wochenlang heimlich aus dem Augenwinkel
           beobachte. Jetzt steht er da uns sagt; „Hast du Lust mit ins Kino zu kommen?“
           Der Anfang einer festen Freundschaft.
                    Im Anfang war es bei Gott.
                    Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
                    In ihm war das Leben,
                    und das Leben war das Licht der Menschen.
           Ein Wort hat mein Leben verändert, es lebendiger gemacht. Plötzlich erscheint alles
           in einem ganz neuen Licht. Ich bin ein neuer Mensch. Ich sehe, was ich noch nicht sah
           und was doch schon immer da war. Ich spüre mich selbst. Ich spüre wie mein Leben
           durch meinen Körper rast und Energie weckt …
                    Und das Licht leuchtet in der Finsternis,
                    und die Finsternis hat es nicht erfasst.
           Wie habe ich nur vorher gelebt? Wie kann es sein, dass andere es nicht sehen – dieses
           Licht. Dass sie die Finsternis für das Licht, für das Leben halten?

Der Mensch hat den freien Willen von Gott bekommen. Der Mensch ist so Schöpfungspartner des Schöpfers geworden. Der freie Wille lässt den Menschen aber nicht nur Gutes erschaffen. Gott sandte seinen Sohn in die Welt, um die Blindheit der Menschen zu heilen. Erst mit dem liebevollen Blick Gottes kann der Mensch den richtigen Weg finden; die richtigen Entscheidungen treffen. Durch Jesus Christus ist etwas ganz Neues in die Welt gekommen (vgl. 2 Kor 5,17), das dem Menschen ermöglicht, sich auf die vollkommene Liebe hin zu entwickeln. 

Gedanken zur Frage 2:
Schönheit, was ist das? Was bezeichnen wir als schön?
Schön ist für uns etwas Angenehmes. Wir freuen uns, es zu sehen.
Die Möglichkeit der Unterscheidung des Menschen zwischen Gut und Böse lässt uns alles auf Erden kritisch betrachten. Durch die Entscheidungsmöglichkeit zwischen Gut und Böse wird der Mensch aus der Vollkommenheit - aus dem Paradies - vertrieben (Gen 4,24). Von da an ist er gezwungen, alle Dinge in den Kategorien schön oder nicht schön zu sehen. „Sie erkannten, dass sie nackt waren“ und das empfanden sie als so unangenehm, dass sie sich jetzt plötzlich hinter Feigenblättern versteckten (Gen 3,7f).
So manches bezeichnen wir als nicht schön und nicht gut, weil es unangenehm oder unbekannt ist, oder weil es uns Angst macht. Im Nachdenken über die großen Bögen unseres Lebens erkennen wir aber, dass wir oft nicht weit genug sehen können, um zu sagen, ob etwas gut oder nicht gut für uns ist. Ein Kind z.B. würde das Essen von fünf großen Eisbechern erstmal als gut bezeichnen. Wir Großen wissen, dass dies im Endeffekt nicht gut ist, denn das Kind bekommt bestimmt Bauchschmerzen oder ihm ist für den Rest des Tages übel.
So sind unsere Augen oft belegt mit einer Blindheit, die uns die Schönheit des Lebens und der Schöpfung unsichtbar machen. In unserer Bibelstelle heilt Jesus die Blindheit eines Menschen in 2 Stufen. Nach der ersten Heilungsphase wird beschrieben, dass der Mann sehen kann, nach der zweiten Heilung erkennt er, was er sieht; er erkennt den Hintergrund der Dinge, die er sieht. Danach konnte er erst „alles ganz deutlich“ sehen (Mk 8,25). Sehen ist also mehr als nur sehen; richtig sehen heißt: erkennen was hinter den Dingen ist. Und zu dem Erkennen gehört auch das Gute und Schöne sehen, das in allen Dingen, die Gott gemacht hat, zu finden ist.
Auch heute heilt Gott unsere Wahrnehmung auf verschiedene Weise.
Gottes Schöpfung ist schön.
Manchmal sind es Künstler, die uns die Augen öffnen.
Andy Goldsworthy hat sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Schönheit der Schöpfung - gestaltet oder ungestaltet - anderen Menschen näher zu bringen.
Schaut Euch mal diese Bilder an.
Filmausschnitt (7 Minuten vom Anfang an) von Rivers and Tides oder Bild mit Zitaten aus diesem Film von Andy Goldsworthy. (Andy Goldsworthy, Regie: Thomas Riedelsheimer, Studio: absolut Medien GmbH, DVD-Erscheinungstermin: 1. Dezember 2003.)
oder auch:hier.
Ihr kennt das bestimmt auch: der Verliebte sieht die ganze Welt „rosarot“. Alles ist toll; alles ist schön; es kann gar nicht schöner sein. Vielleicht ist der Blick des verliebten Menschen dem Blick Gottes sehr ähnlich. „Gott sah alles an, was er gemacht hatte. Es war sehr gut“, steht in der Bibel (Gen 1,31). In der Bibel, im Hohen Lied der Liebe, beschreibt Gott seine Geschöpfe als schön und im Psalm 139 (Vers 14) beschreibt er sie als wunderbar gestaltet.
Gott empfindet seine Schöpfung als sehr gut. So dürfen auch wir uns den Blick auf das Schöne nicht verstellen lassen. Der Schriftsteller Saint Exupery bringt dieses andere Sehen auf den Punkt, wenn er den Kleinen Prinz in der gleichnamigen Erzählung sagt lässt, „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“.
Jesus kam auf die Erde, um so viele Menschen sehend zu macht. Er hilft uns auch heute, richtig zu sehen.

Gedanken zur Frage 3:
Gott liebt die Vielfalt.
Folgende Situation kennt ihr bestimmt. Ihr sitzt bei schönem Wetter im Straßenkaffee und schaut Euch die Menschen an, die vorübergehen. Dabei ist natürlich das Gespräch und sind die kurzen Kommentare über die vorübergehenden Menschen und ihr Aussehen das Interessanteste. Oft seid ihr euch über die Beobachtungen und vor allem über die Bewertung (der, die oder das sieht gut aus; der die oder das sieht sch. aus) eurer Meinung einig; oft aber auch nicht. Stellt euch vor, ihr wärt immer einer Meinung. Es wäre für euch und für alle Menschen immer das Gleiche schön. Was wäre das langweilig; das Sitzen im Straßenkaffee machte keinen Spaß mehr.
Gott ist viel zu groß, als dass er nur ein Idealmodell geschaffen hätte (Ps 104). Gott liebt die Unterschiedlichkeit; die Verschiedenheit. Daher hat er alles in so unterschiedlichen Ausführungen gemacht. Und er liebt alles und alle gleich; in allem ist gleich viel von ihm. Der Schöpfungsberichte und die Psalmen sagen: alles ist nach seinen Vorstellungen geschaffen; der Mensch sogar nach seinem Abbild (Gen 1,27).
Hierin enthalten ist auch der erlaubte Umkehrschluss:
Das Geschaffene verweist auch auf den Schöpfer.
So erhält der Mensch durch das Schöne der Schöpfung einen wichtigen Hinweis auf Gott.
Gott selber ist vielfältig; vielfältiger und schöner als wir es uns vorstellen können.
Alles ist also in den Augen Gottes schön. Genießen wir also die Vielfältigkeit der Schöpfung und der Menschen (die an unserem Straßenkaffee vorübergehen).
Und wenn wir in Versuchung geraten vorschnell über Gottes Schöpfung zu urteilen, dann bitten wir Gott um den Blick des verliebten; oder wie es beim Blinden von Betsaida heißt, um die Heilung unserer Augen, damit wir richtig sehen können.

 

Fürbitten

Großer Gott, neben der Freude über deine Schöpfung empfinden wir Menschen oft auch Not und Leid.
Du entwickelst die Schöpfung fort; bist der Heiler der Welt, daher vertrauen wir dir unsere Ängste und Bitten an.

Alles was Du gemacht hast ist schön. Öffne die Augen der Menschen, die das Staunen über Deine Schöpfung verlernt haben und die deine Liebe in den Dingen nicht entdecken können.
Gott unser Vater.
A: Wir bitten Dich erhöre uns.

Vielen Menschen halten sich selber für die Lenker und Erbauer der Welt.
Hilf ihnen die höhere Ordnung dieser Welt in Dir zu erkennen, damit sie sich deiner Weisheit anvertrauen können.
Gott unser Vater.
A: Wir bitten Dich erhöre uns.

Menschen zerstören mutwillig und aus Profitgier deine Schöpfung.
Sende deinen Geist, damit unsere Welt bewahrt wird vor sinnloser Zerstörung.
Gott unser Vater.
A: Wir bitten Dich erhöre uns.

Deine Liebe zu uns überdauert Himmel und Erde.
Nimm alle deine Kinder auf in deine ewige Herrlichkeit.
Gott unser Vater.
A: Wir bitten Dich erhöre uns.

Du Gott des Himmels und der Erde, der du die Welt in deinen Händen hältst, erhöre unsere Bitten.
A: Amen.

 

Gabenbereitung

Bei der Gabenbereitung in der Eucharistiefeier spricht der Priester die Gebete über Brot und Wein meistens leise.
In diesen Gebeten wird ausgedrückt, wie das Zusammenwirken von Gott und Mensch neue Schöpfung entstehen lässt.

Beim Mischen des Weins spricht der Priester laut:
„Wie sich Wasser und Wein verbinden zum heiligen Zeichen, so lass uns Anteil haben an der Gottheit Christi, der die Menschennatur angenommen hat.“

Über Brot und Wein spricht der Priester diesmal die Gebete des Messbuchs laut:
„Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit …“

Nach jedem Gebet antwortet die Gemeinde mit dem Ruf: Herr, wir bringen / Gl 534

 

Gabengebet

Allmächtiger Gott, wir bringen dir Brot und Wein. Diese Gaben sind Produkte Deiner Schöpfung. Sie sind von Gottes- und von Menschenhand gemacht.
Nimm außer diesen Gaben auch alles Gute und Schöne an, das wir Dir bringen.
Barmherziger Gott, wir bringen Dir auch alles, was in unseren Augen mühsam und hässlich ist.
Nimm auch dieses von uns an, damit es durch Deine heilende Liebe auch für uns zum Schönen und Guten gewandelt werde.
Das erbitten wir durch Christus unseren Herrn und Bruder.
A: Amen.

 

Schlussgebet

Barmherziger Gott, wir danken Dir, dass wir Deinem Sohn, Jesus Christus, nahe sein dürfen und Du unsere Augen geöffnet hast für Deine schöne Schöpfung.
Wir bitten Dich, schenke uns durch Deine Nähe jetzt ein Herz und Augen voller Liebe und einst die Vollendung bei Dir.
Darum bitten wir Dich durch Christus, unseren Begleiter und Herrn.
A: Amen.

 

 

 

 

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